WAZ berichtet über Abschluss der Projekte in Wissenschaft und Praxis

29.07.2019

Studenten helfen Bochums Stadtverwaltung bei Neuorganisation

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Bochums Stadtverwaltung hat am Forschungsprojekt der Ruhr-Uni von Professorin Nicola Werbeck (l.) und Studiengangskoordinatorin Anna Talmann teilgenommen. Stadtdirektor Sebastian Kopietz freut sich über die spannenden Ergebnisse.


Wissenschaft und Praxis gehen Hand in Hand – jedenfalls bei einem Projekt der Ruhr-Uni. Auch die Stadt Bochum hat teilgenommen.

Die Ruhr-Universität ist längst kein Elfenbeinturm mehr. Weder räumlich, der Campus reicht mittlerweile bis in die Innenstadt, noch in Sachen Forschung. So arbeiten Wirtschaftswissenschaftler der Ruhr-Uni schon seit mehreren Semestern an Projekten in „Wissenschaft und Praxis“ – diesmal auch mit und für die Stadt Bochum.

Was sich so sperrig anhört – „Agiles Management und Organisationsdesign“ – ist genau das, was die Verwaltung unter Leitung von Stadtdirektor Sebastian Kopietz seit geraumer Zeit beschäftigt. „Das Thema passt zur Bochum-Strategie“, ließ Kopietz die etwa 100 Studenten bei der Präsentation ihrer Ergebnisse im Rathaus wissen.

Arbeit effizienter organisieren

Es geht darum, vor allem mit Hilfe der Digitalisierung Arbeit effizienter zu organisieren und zu erledigen. Am Ende sollen die Aufgaben mindestens genauso gut, wenn nicht besser gelöst werden als jetzt – und außerdem Personal und Kosten gespart werden. Viele der präsentierten Ideen passten zu in der Verwaltung angestoßenen Veränderungsprozessen, die die Stadt Bochum zur Vorreiterin modernen Stadtmanagements machen sollen.

Beispiel gefällig? „Wir müssen die einzelnen Ergebnisse natürlich noch näher analysieren“, sagt der Stadtdirektor. Aber nun sei klar, dass es lohnenswert wäre, die Fortbildung von IT-Spezialisten als Video-Tutorial zu organisieren – am Arbeitsplatz oder sogar zu Hause. Das Tutorial wurde im Rahmen des Projekts für den Umgang mit Office-Programmen erstellt.

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Gruppenbild mit Stadtdirektor. 14 Arbeitsgruppen haben ihre Ergebnisse im Bochumer Rathaus präsentiert.


14 Forschungspartner

14 Unternehmen und Behörden haben diesmal am Projekt von Professor Nicola Werbeck von der Fakultät für Wirtschaftswissenschaft der Ruhr-Uni teilgenommen – darunter neben der Stadt die Sparkasse, das Energieunternehmen Innogy und die revierweite Digitalisierungsplattform Ruhr:Hub. Die Stadtverwaltung hat dabei gemeinsam mit einem Uni-Team am Thema „Möglichkeiten und Werkzeuge des digitalen Lernens und Vernetzens in einer kommunalen Verwaltung“ gearbeitet.

Einblicke in die Verwaltung

Hört sich sperrig an, ist vor dem Hintergrund sich verändernder Anforderungen an eine Verwaltung aber unabdingbar. Der Stadtdirektor ist nicht nur froh, dass die praxisnahen Forschungsaufgaben offenbar vielversprechende Ergebnisse hervor gebracht haben. „Es ist auch gut, dass wir Studenten die Möglichkeit geben, Einblicke in die Verwaltung zu bekommen.“ Der eine oder andere mag darin ein spannendes Betätigungsfeld für seine spätere berufliche Karriere erkannt haben.

Für Kopietz steht jedenfalls fest: „Es hat sich gelohnt.“ Und wenn die Projektaufgabe passt, dann ist die Stadtverwaltung beim nächsten Mal wieder dabei. Professor Werbeck und ihre Studenten wird es freuen. Von April 2020 an geht es um Gründerökosysteme und Innovationen.

Teamarbeit geht vor einsamen Entscheidungen

„Dynamisch statt statisch“, lautet das Motto beim agilen Management. „Entscheidungen sollen nicht erst durch verschiedene Hierarchieschleifen laufen, sondern müssen schnell und flexibel getroffen werden“, erklärt Professor Nicola Werbeck. Statt starrer Zielvorgaben gibt es Visionen, um den Fortschritt zu messen und Eckpunkte für die weitere Entwicklung zu setzen.

Führungskräfte sehen sich mit ständig wechselnden Trends und Anforderungen konfrontiert, für die sie schnell passende Lösungen finden müssen. Das kann mit dem Konzept des agilen Managements gelingen. Dabei steht die gemeinsame Lösungsfindung mithilfe des kollektiven Know-hows der Mitarbeiter im Vordergrund.

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